1995 wurden in Berlin viele Häuser restauriert, so dass ich täglich an großen Haufen ausrangierter, aber völlig intakter Fensterflügel vorbeikam, die den Fußweg bevölkerten und auf eine neue Funktion, ja Rettung zu warten schienen. Hier entstand die Idee der Glasdurchsichten, die ich aber erst viel später in Duisburg umsetzte und mein näheres alltägliches Umfeld aufzuzeichnen begann. Ich stellte mich auf einen Platz oder an eine Straße und malte mit Öl direkt auf das Glas, was ich dahinter sah: Gebäude, Straßenfluchten, Gullideckel, Ampeln, Autos und Radfahrer, vorbeigehende Menschen und meinen kleinen Handwagen. Die Perspektive verzerrt sich durch die Armlänge zum Glas zu einer Art Weitwinkel, schnelle Bewegungen im Straßenbild können nur angerissen werden. Es entwickelte sich eine recht eigenwillige Sicht auf eine bekannte Umgebung